Konsequent für neue Energien –seit über 30 Jahren-. Unter diesem Motto stand der spannender Sonderparteitag gestern in Berlin. Nach sechs Stunden Debatte war bei der ersten Abstimmung gegen 17 Uhr klar, dass der Leitantrag des Bundesvorstands die Mehrheit hat. Geschätzt 60 Prozent gegen 40 Prozent. Dazwischen lagen einige Aufs und Abs. Als Ströbele gegen den Antrag sprach und dafür lang anhaltenden Beifall bekam, konnte man nicht so sicher sein. Sind das so viele oder sind die nur laut?, haben wir uns gefragt. Dann kam gleich darauf Renate Künast mit einem unglaublichen rhetorischen Feuerwerk und riss das Ruder wieder herum.
Die Debatte war sachlich, dringlich und streckenweise hoch emotional, aber nie verletzend oder spaltend. Immer wieder betont und gestreichelt wurde die Verbindung mit der Anti-AKW-Bewegung. Am Ende die Ansage: im Herbst treffen wir uns alle im Wendland.
Auch ein oft erwähnter Gedanke: das Ausland schaut auf Deutschland, die internationale Anti-AKW-Bewegung braucht das Vorbild, dass ein Ausstieg hier gemacht wird.
Die Schleswig-Holsteiner Grünen haben mehrheitlich für den BuVo-Antrag gestimmt, der die Abschaltung der sieben Schrottreaktoren plus Krümmel befürwortet, aber ansonsten an den schwarz-gelben Gesetzesvorhaben zur Energiewende kein gutes Haar lässt.
Text: Ruth Kastner
Photos: Ragnar Rohweder
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