Bad Oldesloe. Die Antworten der Kreisverwaltung auf einen Antrag der Grünen im Ordnungsausschuss zeigen: Der Kreis Stormarn ist im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz bereits gut aufgestellt. Gleichzeitig werden aber auch Herausforderungen sichtbar, die in den kommenden Jahren gezielt angegangen werden müssen. Besonders deutlich wird dies beim Personal. Die Verwaltung weist selbst auf Belastungen, Nachwuchsprobleme und die Notwendigkeit hin, Einsatz- und Führungsstrukturen auch über längere Zeiträume mehrschichtig betreiben zu können.
„Krisen dauern heute oft Tage oder sogar Wochen. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass Führungsstäbe, Hilfsorganisationen und Einsatzkräfte auch langfristig leistungsfähig bleiben“, erklärt Alexander Harder für die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Deutlichen Handlungsbedarf sehen die Grünen zudem bei den Notfallinfopunkten (NIPs), die bei Strom- und Kommunikationsausfällen wichtige Anlaufstellen für die Bevölkerung darstellen. Die Antworten der Verwaltung zeigen, dass die Umsetzung in den Städten und Gemeinden sehr unterschiedlich weit fortgeschritten ist. „Notfallinfopunkte sind ein zentraler Baustein moderner Krisenvorsorge. Hier erwarten wir, dass alle Kommunen zügig vorankommen. Der Kreis sollte die Städte und Gemeinden dabei weiterhin aktiv unterstützen und auf eine flächendeckende Umsetzung hinwirken. Auch wir Grünen werden uns vor Ort dafür einsetzen, dass dieses wichtige Instrument der Krisenvorsorge schneller umgesetzt wird“, so Harder.
Offene Fragen sehen die Grünen zudem bei der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastruktur. Insbesondere bei länger andauernden Stromausfällen stellt sich die Frage, wie belastbar Versorgungssysteme, Kommunikationswege und wichtige Einrichtungen tatsächlich sind. Hier halten die Grünen eine vertiefte Analyse der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) und ihrer Abhängigkeiten für sinnvoll. Ein weiteres zentrales Thema bleibt die Stärkung des Ehrenamtes. Feuerwehren, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen bilden das Rückgrat des Bevölkerungsschutzes. Nachwuchsgewinnung, Ausbildung und gute Rahmenbedingungen für ehrenamtlich Engagierte müssen daher weiterhin hohe Priorität haben.
Die Grünen sehen die bisherigen Antworten der Verwaltung als wichtigen Zwischenschritt. Nun gehe es darum, die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen zu überführen und die Krisenfestigkeit Stormarns gemeinsam mit Kommunen, Hilfsorganisationen, Wirtschaft und Verwaltung weiter auszubauen. „Unser Antrag hat gezeigt, dass Stormarn auf einem guten Weg ist. Jetzt müssen wir die erkannten Lücken schließen und die vielen vorhandenen Bausteine zu einer belastbaren Resilienzstrategie für unseren Kreis weiterentwickeln“, so Harder.
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Pressemitteilung
Petra Grüner
Fraktionsvorsitzende
Kreis Stormarn | Der Kreistag
Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Mommsenstraße 13
23843 Bad Oldesloe
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