Falsches Sparen bei den Bussen

Der Landrat möchte im nächsten Kreishaushalt 100 000 Euro im Busnetz einsparen. Zunächst wären Nordstormarns Dörfer betroffen. Die Busse würden nur noch von Montag bis Freitag fahren. Die Ausweitung der Kürzungen auf die dörflichen Gebiete in ganz Stormarn, wie von der FDP gefordert, droht. Die Verfechter der Einsparungen sagen, man habe das Geld nicht. In der Tat hat der Kreis wachsende Schulden. Zu untersuchen ist dann, wie beim Sparen und bei den Einnahmen die Lasten richtig verteilt werden.

Im öffentlichen Nahverkehr spart der Kreis seit Jahren. Er ist landes- und bundesweit Vorreiter beim Wettbewerb durch Ausschreibung von Busnetzen und verringert so laufend die Kosten. Fahrpläne wurden ausgedünnt. Busse wurden durch Anrufsammeltaxis ersetzt. Auch wenn die Angebote verbessert wurden, z.B. durch eine Busnetzumstellung in Nordstormarn und durch Anrufsammeltaxis, wo es vorher keine Busse gab, wurden die Einsparungen keineswegs aufgefressen.

In einem bis 2007 geltenden Nahverkehrsplan haben Politik und Verwaltung eine Grundversorgung für den ganzen Kreis festgelegt. Die ist nicht üppig. In Nordstormarn sind es sonnabends normalerweise drei Fahrten in jeder Richtung und sonntags keine. In Südstormarns dörflichen Bereichen , wo auch mehr Leute wohnen, gibt es sonnabends einen Ein-Stunden-Takt und sonntags einen Zwei-Stunden-Takt und abends fast keine Busse.

Dass aus kleinen Dörfern nur wenige Fahrgäste kommen können, leuchtet ein. Die Busse erbringen ein Defizit, das der Kreis nach gesetzlichen Vorgaben auszugleichen hat. Als Politiker aber einfach zu sagen, wir haben das Geld nicht und lassen viele Busse nicht fahren, ist eine Missachtung der Verpflichtung, im ganzen Kreis die Lebensverhältnisse angemessen anzugleichen. Die Familieneinkommen werden unsicherer, die Kosten für das Auto steigen. Langfristig müssen Alternativen zum Privatauto angelegt werden. Bus- und Anrufsammeltaxi-Verbindungen werden wichtiger, besonders für die wachsende ältere Generation.

Vor allem ist darauf zu achten, dass die Verbindungen tatsächlich nutzbar sind. Was nützt z.B. eine Buslinie, mit der man sein Ziel erreicht, später aber nicht zurück kommt? Nimmt man statt des Autos den Bus, wenn man wegen des Stundentaktes eine Dreiviertelstunde zu früh am Ziel ist und zwischendurch beim Umsteigen noch 20 Minuten auf den Anschluss warten muss?

Ungerecht ist es, den vielen Dörfern ihre Busverbindungen zu kappen, mit dem gleichern Betrag aber die Verlängerung der Buslinie zum neuen Möbelhaus Höffner in Barsbüttel zu finanzieren, wo doch die Gemeinde und das Möbelhaus den direkten Nutzen haben und sich beteiligen könnten. Ganz zu schweigen von der Subventionierung rasender Autofahrer durch die CDU, indem sie durch ihre Ablehnung einer Geschwindigkeitsmessanlage drei Mal so hohe Bußgeld-Einnahmen verhindert hat.

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