Kreis verschickt Fragebogen zur Wohnungsgesellschaft

Gerade setzt die Bundesregierung alles daran, den Wohnungsbau anzukurbeln, da kommt auch in Stormarn Bewegung in die Sache. So verschickt die Kreisverwaltung in diesen Tagen einen Fragebogen zur Gründung einer kommunalen Wohnungsgesellschaft an alle Städte und Gemeinden des Kreises. Zwei Monate haben die zuständigen politischen Gremien gemeinsam mit den Verwaltungen nun Zeit, elf Fragen zu beantworten. „Wünschen Sie sich in ihrem Stadt- oder Gemeindegebiet neue Wohnungen, die durch eine kommunale Wohnungsgesellschaft gebaut und verwaltet würden?“, heißt es beispielsweise. Abgefragt wird auch die grundsätzliche Bereitschaft der Kommunen, sich mit Geld und/oder Grundstücken in eine neu zu gründende Wohnungsgesellschaft einzubringen.
 
Der Fragenkatalog wurde einstimmig von den Fraktionen im Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss beschlossen und geht auf eine lang zurückliegende Initiative der Grünen Fraktion zurück. „Wir legen großen Wert darauf, dass sich neben den Verwaltungen auch die politischen Gremien zu den Fragen äußern, so Sabine Rautenberg, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stormarner Kreistag. Auf Grundlage der Antworten soll schließlich das Potential zur Gründung einer kommunalen Wohnungsgesellschaft beurteilt werden. Deren Gesellschafter könnten der Kreis, teilnehmende Städte und Gemeinden sein.

Ein Gutachten aus dem Jahr 2015 prognostizierte bis 2030 einen jährlichen Bedarf von 1000 neuen Wohnungen in Stormarn. Das im März 2018 gegründete lockere „Stormarner Bündnis für bezahlbares Wohnen“ wollte pro Jahr rund 500 Wohnungen erstellen, konnte dieses Ziel aber bislang nicht erreichen. Deswegen unternimmt die Politik nun, allen voran Grüne und SPD, einen neuen Anlauf. Vorbild ist die erfolgreiche „Kommunale Wohnungsbaugesellschaft für den Landkreis Harburg mbH“.

Als Vorteil einer Wohnungsgesellschaft, die den Kommunen gehört, wird die geringere Gewinnerwartung gegenüber den üblicherweise tätigen Unternehmen gesehen. Außerdem könnten Kommunen proaktiv im Wohnungsbau auftreten, indem sie ihre Bürgerinnen und Bürger mit eigenen Wohnungen versorgen, ob sozial gefördert oder auch frei finanziert. Sie könnten Wohnungsgrößen anbieten, die gerade nicht üblich sind.

„Angesichts der rasant steigenden Mieten wird die Schaffung und langfristige Sicherung von günstigem Wohnraum immer dringender“, so Sabine Rautenberg. „Wohnungsbau ist ein großes Zukunftsthema.“ Eine kommunale Wohnungsgesellschaft könne zwar kurzfristig die Wohnungsnot nicht lindern, wohl aber mittel- und langfristig. Dass die Gründung einer Wohnungsgesellschaft eine besondere Herausforderung darstelle und die Risiken schwer einzuschätzen seien, liege in der Natur der Sache, sei aber kein Grund zu kapitulieren. „Jetzt hoffen wir auf einen guten Rücklauf des Fragebogens.“



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