Grüne lehnen Kiesabbau in Grande ab

Seit mehr als 20 Jahren bemühen sich Kiesfirmen um die Ausbeutung der Kiesvorkommen westlich von Grande. Jedoch wurde den Firmen die Zusage wegen der starken umweltschädlichen Folgen verweigert. Seit 2008 kommt die Firma Koops aus Glinde jetzt mit einem neuen Argumentationskniff für die Erlaubnis zum Kiesabbau: Man reklamiert das Vorkommen von Quarzsanden und damit die Einstufung der Ausbeutung in das Bergrecht. Dies erlaubt die Nutzung von Bodenschätzen unter erheblich niedrigeren Umwelt- und Beteiligungsauflagen.

Der Kreisverband Stormarn von Bündnis 90/Die Grünen verfolgt die Bemühungen der Kiesfirma mit großer Sorge, denn es werden erhebliche Auswirkungen auf das unmittelbar angrenzende Naturschutz- und FHH-Gebiet Billetal befürchtet. Die Grabungen in Grande könnten den Wasserhaushalt der Bille beeinträchtigen. Fachleute fürchten, dass in der Folge Erdrutsche und Wasserschübe eintreten könnten. Auch würden die Anlieger mit LKW-Lärm, giftigen Quarzstäuben und einem rasanten Landschaftsverbrauch erheblich belastet. Die Grünen betonen, dass der Kiesabbau in unmittelbarer Nähe einer stark besiedelten Landschaft nicht notwendig ist. Es gibt hinreichend viele weitere Kiesvorkommen in unbewohnten und ökologisch weniger anfälligen Gegenden.

Seit Bekanntgabe der Kiesabbauwünsche und der drohenden Folgen engagiert sich auch der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Dr. Konstantin von Notz gegen das Vorhaben. In Gesprächen mit dem Bürgermeister der Gemeinde Grande, Heinz Hoch, hat von Notz die ihm mögliche Unterstützung zugesagt. Zu dem jetzt beginnenden Verfahren sagt er: „Das Billetal ist ein wertvoller Natur- und Erholungsraum, der ohnehin schon hoch sensibel und stark belastet ist. Unsere Lebensqualität mit einer einzigartigen Landschaft ist der Schlüssel für die Entwicklung in der Region und darf nicht leichtfertig für den schnellen Profit Weniger aufs Spiel gesetzt werden. Schon beim Fracking zeigte sich, wie dringend das Bergrecht reformiert gehört, um endlich angemessen Rücksicht auf Natur, Trinkwasser und Anrainergemeinden zu nehmen.

Für Mittwoch den 20. November ist der Erörterungstermin des inzwischen anberaumten Planfeststellungsverfahrens angesetzt. Das Verfahren findet in der Großen Sporthalle, Großenseer Straße, in Trittau statt und beginnt um 8.30 Uhr. Die Anhörung ist allerdings nicht öffentlich.

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