Energietag im Kreistag - Kommunale Netze

Die Grünen riefen zum Energietag und die Bürgermeister aus Reinfeld, Trittau, Reinbek, Bargteheide und Bad Oldesloe kamen mit weiteren 40 Kommunalpolitikern und Verwaltungsvertretern aus allen stormarner Regionen in den Kreistag, um mit dem Energieexperten der grünen Landtagsfraktion, Detlef Matthiessen, über die anstehende Rekommunalisierung der Energienetze zu diskutieren. "Das ist eine gute Veranstaltung, die längst überfällig war!" lobte Axel Bärendorf (BM Reinbek) und Gerhard Horn (BM Reinfeld) pflichtete ihm bei: "Kommunalisierung der Netze ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge, die die Gemeinden zu leisten haben!"

Der Appell von Matthiessen, Energieproduktion und Verteilungsnetze schon aus ökonomischen Gründen wieder in die Steuerungsmacht der Kommunen zu geben, wurde von Detlef Palm, ehemaliger Bürgermeister von Reinbek und jetzt Geschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen e. V. (dem neben 54 Stadtwerken in Schleswig-Holstein auch die Stadtwerke Bad Oldesloe angehören), vehement unterstützt.

Gemeindevertretern, die Bedenken haben, die kommunale Verantwortung für Versorgung mit und Verteilung von Energie allein zu übernehmen, bot Olaf Beyer von der Dienstleister-Gruppe GETEC GmbH Unterstützung für regionale Versorgungssicherheit und kommunalen Wertschöpfung an (bisher ist GETEC im Norden neben Hamburg in 5 weiteren Orten aktiv, darunter Heide und Bad Schwartau).

Heim-Kraftwerke

Der zweite Teil des Energietages hielt für alle interessierten Bürger/innen Stormarns eine Fülle von Informationen zur privaten Wertschöpfung mit Hilfe von Heim-Kraftwerken parat.

Den Anfang machte Clemens Weinack [Bild](Vorstand des Bundesverbandes für Kleinwindanlagen), der windgetriebene Stromgeneratoren vorstellte und darauf hinwies, dass ein ganz aktueller Erlass in Schleswig-Holstein endlich die Unsicherheit der Behörden bei der Genehmigung dieser Anlagen beseitigt habe.

Ingrid Buchwieser (efc.ag-Bank) wies in ihrem anschließenden Powerpoint-Vortrag auf renditestarke Investmentmöglichkeiten bei erneuerbaren Energien hin.

Technisch detailliert zeigte der Diplom-Physiker Wilfried Janson (Die Grünen) die vier Möglichkeiten auf, mit Hilfe der Haus-Heizung Strom zu erzeugen. Als beste Lösung sieht er den Stirling-Linear-Motor an, der in den Jupiter- und Marssonden seine jahrelange Funktionsfähigkeit und in Feldversuchen seine Alltagstauglichkeit bewiesen habe und noch in diesem Jahr als Massenprodukt auf den Markt kommen solle.

 

Besonders interessant, auch im Zusammenhang mit dem Thema der kommunalen Stromversorgung, ist die Möglichkeit, mit Hilfe von Netzsteuerungen aus vielen kleinen Keller-Kraftwerken eine sogenanntes Schwarm-Kraftwerk zu bilden, das gerade bei Spitzenlastbedarf oder bei mangelnder Sonnen- oder Wind-Energie eingeschaltet wird. Da die Wärme dieser Kleinkraftwerke - im Gegensatz zum Strom - gut speicherbar ist, lassen sich Strombedarf und Wärmebedarf bei dieser Versorgungslösung sehr gut entkoppeln.

Ein ganz aktuelles Beispiel bot im Foyer des Kreistages einer der Aussteller, der 100 Nutzer im Hamburger Raum für solch ein Schwarm-Kraftwerk sucht und für nur 5000€ ein Heizungs-Kraftwerk in den Keller stellt (Bewerbung online: www.miniversum.net)

Den Abschluss bei diesem langen stormarner Energietag bildeten zwei Vorträge zu Solar-Kraftwerken. Sascha Jenny (Jenny-Elektrotechnik), kompetent und erfahren durch den Aufbau vieler Photovoltaik-Anlagen in Stormarn, beklagte die Entscheidung der Bundesregierung, die Einspeisevergütung für Solarstrom ab 1. Juli zu verringern. Das würde der deutschen Solarbranche einen empfindlichen Stoß versetzen und Arbeitsplätze, aber auch Fertigungs-Know-how kosten.

Schlussreferent Wolfgang Bartolain, der zurzeit das größte schleswig-holsteinische Bürgersolarkraftwerk in Bad Oldesloe plant, kann sich wegen der Juli-Frist vor lauter Beteiligungsanfragen kaum noch retten. "Ich könnte das jetzt meistbietend versteigern!" meinte er scherzhaft.

 

Hartmut Jokisch, Organisator des Energietages, ist über den guten Ablauf der fünfstündigen Doppelveranstaltung erleichtert. "Im zweiten Teil hätten die sehr interessanten Vorträge allerdings mehr Publikum verdient gehabt", meint er. Erfreut hat ihn vor allem das Echo der Firmen-Aussteller, die mit ihrer Zahl der Kundenkontakte auf der 'Mini-Messe' über Mini-Kraftwerke aber so zufrieden waren, dass sie bei einer Wiederholung im nächsten Jahr gerne wiederkommen werden.

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