Es wird Zeit: Zu wenig für die Radfahrer getan

Die Ortsausgänge sind für die Radfahrer gefährlich geworden. Der Grund: Seit mehr als einem Jahr ist innerhalb der Dörfer das Radfahren auf den ehemals kombinierten Geh- und Radwegen nicht mehr erlaubt, so dass man auf der Fahrbahn fahren muss. Zwischen den Orten darf man aber die ehemaligen Geh- und Radwege nach wie vor benutzen. An jedem Stormarner Ortsschild wechseln deshalb Radfahrer die Straßenseite.

Unsere Fraktion hat vor mehr als einem Jahr dafür gesorgt, dass die verantwortlichen Fachleute des Kreises und der Gemeinden auf einer Tagung die damals neue Lage analysierten, und der Kreis stellte daraufhin für Baumaßnahmen 120.000 Euro in den 2016er Haushalt ein. Einen Fahrbahnteiler kann man davon nicht bezahlen, wohl aber einige kurze Fahrbahnverbreiterungen und abmarkierte Flächen, auf denen sich Radfahrer aufstellen können, um vor dem Überqueren den Verkehr zu beobachten. Ein Beispiel ist die Situation in Jersbek am Ortsausgang in Richtung Bargfeld-Stegen.

Radfahrfreunde könnten sich freuen. Doch ob der Betrag in diesem Jahr noch angebrochen wird, ist fraglich. Die Kreisverwaltung hat zunächst penibel herausgearbeitet, welche Stellen in den unterschiedlich gelagerten Einzelfällen Genehmigungen erteilen und Kosten übernehmen müssen. Seit Monaten sind für die Entwürfe die kreiseigenen Planungskapazitäten für Ingenieursleistungen gefragt. Radfahrangelegenheiten kommen bei ihnen zu den laufenden Aufgaben hinzu. Ergebnis: Gegenwärtig wird über den Jersbeker Fall hinaus nur an einer Prioritätenliste gearbeitet.

Guter Wille allein bringt die Sache nicht weiter. Es wird Zeit, dass Aufträge an private Planungsbüros vergeben werden. Denn die Ortsausgänge sind nur der drängendste und überschaubarste Punkt. Im Grunde braucht jeder Ort ein Radverkehrskonzept, das sich auch mit Schutzstreifen und Kreuzungsgestaltungen beschäftigt.

Die Sicherheit beim Autofahren wird überall als selbstverständliche Pflichtaufgabe angesehen. Für die Belange der Radverkehrs zu sorgen darf nicht als freundliche Zusatzleistung behandelt werden, sondern ist eine Grundlage für die Verkehrsstruktur der Zukunft.

Joachim Germer
Verkehrspolitischer Sprecher

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