Klimaschutz: Strategie statt Einzelvorschlägen

In diesen Tagen ist es ungewöhnlich kalt. Trotzdem zweifelt niemand mehr an der globalen Erwärmung. Es hat lange gedauert, bis sie jeder wahrhaben wollte. Nun wird es Zeit, dass sich alle Entscheidungsträger zu Maßnahmen durchringen. Wir Grüne haben deshalb schon vor einem Jahr im Kreistag gefordert, Handlungsstrategien zu entwickeln und sich dafür von namhaften Sachverständigen Ratschläge geben zu lassen. Dass alle Fraktionen dafür waren, war damals nicht selbstverständlich.

Nachdem Anfang Januar zwei Klimaforscher Auswirkungen und Gegenmaßnahmen vortrugen, wird endlich in der nächsten Woche eine Klimaschutzgruppe aus Kreistagsabgeordneten über klimarelevante Maßnahmen beraten. Wenn alle an einem Strang und in dieselbe Richtung ziehen sollen, dauert es eben lange, bis man sie so weit bringt.

An einem Strang ziehen heißt nicht zupfen. Mit Vorschlägen wie dem Abschaffen der alten Glühlampen ist es nicht getan. Auch punktuelle Maßnahmen wie Photovoltaikanlagen auf dem halben Dutzend kreiseigener Gebäude oder Wechsel des Stromanbieters sind nur symbolträchtige Startprojekte. Gebraucht wird strategisches Handeln auf allen Gebieten. Jede Maßnahme des Kreises ist an ihrer Wirksamkeit im Klimawechsel zu messen. Der altbekannte Grundsatz, dem „anerkannten Stand der Technik“ zu folgen, reicht nicht mehr aus. So müssen z. B. die Siele dem häufigeren Starkregen, die Grünanlagen, Straßenbäume und Wälder den Trockenperioden und die Häuser den tropischen Hitzetagen angepasst werden. Um den Verbrauch fossiler Energien einzuschränken, muss der Kreis den Verkehr mit Bussen und Sammeltaxis so weit ausbauen, dass der Privatwagen weitgehend überflüssig wird. Dies ist wohl das größte energierelevante Gebiet, auf dem der Kreis selbst zuständig ist.

Der Kreis als Gemeinschaftsorganisation der „kommunalen Familie“ aus Städten und Gemeinden kann mit seiner zentralen Kompetenz zusätzlich noch Konzepte entwickeln und Modelle anbieten, die sich in den einzelnen Orten verwirklichen lassen, vom klimakonformen Bebauungsplan bis zur Erhaltung einer Landschaft, in der man sich am Wochenende gern erholen mag statt an die Ostsee zu fahren.

Die Herausforderungen des Klimas erfordern Strategien, durch die alle bisherigen Klimaschutzprogramme des Kreises in den Schatten gestellt werden.

Joachim Germer

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