Schulbusse: Unglaubliche Zustände und unerwartete Abhilfe

Kaum zu glauben: Für den rund zehn Kilometer langen Weg zu den Bargteheider Schulen müssen die Schülerinnen und Schüler aus Mollhagen und den umliegenden Dörfern morgens mindestens eine Stunde und zehn Minuten einplanen, weil ihre Busse schon 40 Minuten vor der ersten Stunde am Ziel ankommen. Der Grund liegt darin, dass zwei der eingesetzten Busse noch schnell eine weitere Fahrt zur Schule einschieben. In den Bussen herrscht außerdem regelmäßig drangvolle Enge. Die Eltern beschweren sich nicht über Schulstress, wohl aber über Schulbusstress. Das ist das Gegenteil von Förderung der Bildung.

Ebenfalls kaum zu glauben ist, dass der für den Busverkehr zuständige Verkehrsausschuss des Kreises davon bis Januar nichts wusste. Die Eltern haben sich immer nur mit dem Busunternehmer auseinandergesetzt. Sie haben wohl manchmal etwas erreicht, doch nie Entscheidendes. Es mag sein, dass sie niemand auf den Kreis hingewiesen hat. Vielleicht hatten sie auch kein Vertrauen in die Politik.

Als eine Delegation der Eltern im Januar zusammen mit dem Kinderbeauftragten des Kreises in den Verkehrsausschuss kam, haben manche sicher vorher auch nicht geglaubt, dass die Politiker bereit wären, sich die Probleme von den Eltern eingehend und ausführlich schildern zu lassen, dass sie auch die Emotionen verstanden und dass sie versprachen, nach Abhilfe zu suchen, und das sofort. Natürlich konnten die Eltern dabei die Unterschiede zwischen den Parteien feststellen.

Nachdem die Verwaltung in der Februar-Sitzung des Verkehrsausschusses die rund 70.000 Euro teure Lösung vorgelegt hatte, geschah wieder etwas Unglaubliches, nämlich die Zustimmung der Mehrheitsfraktion CDU. Es kann deren schlechtes Gewissen gewesen sein, nach dem Sponsern von Klimaanlagen zur Steigerung des Komforts in den Ahrensburger Bussen auch etwas für die Grundbedürfnisse bei Busfahrten auf dem Lande tun zu müssen.

Jetzt sind alle zufrieden – fast. Unglaublich: Der Landrat ist dagegen, weil er teure Begehrlichkeiten anderswo befürchtet. Er hält die Übertreibungen im Sparkurs, von denen sich die CDU nach viereinhalb Jahren gerade etwas gelöst hat, strikt durch. Er sollte bedenken, dass das Busunternehmen die Linie 917 im Gegensatz zu anderen Linien bisher ohne Zuschuss des Kreises betreibt, der Kreis also gespart hat.

Die Erklärung für manche unglaubliche Reaktion liegt auf der Hand: Im Mai ist Kreistagswahl, nicht Landratswahl.

Joachim Germer

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