Haben wir aus der Geschichte gelernt?

Es ist, als würde sich die Geschichte wiederholen. Der Bundespräsident, Bürgermeister und andere politisch Aktive treten zurück, Die Regierung verliert immer mehr die Zustimmung und Achtung der Bevölkerung, das Fünf-Parteien-System hat sich etabliert, die Arbeitslosigkeit steigt, die Wirtschafts- und Bankenkrise ist in vollem Gang.

Befinden wir uns in den 1920/30er Jahren oder doch im Jahr 2010? Der Atem der "Weimarer Republik" schwebt im Raum. Was früher die Nazis waren, sind jetzt die Autonomen Nationalisten. Die Zeit der Bomberjacken und Springerstiefel ist größtenteils vorbei. Das öffentliche Auftreten der Rechtsextremen hat sich verändert. Sich anpassen, statt auffallen ist die neue Taktik. In den neuen Bundesländern ist es leider versäumt worden, gegen die neue Form des Rechtsextremismus vorzugehen. Und wie sieht es hier bei uns in Stormarn aus? Wer denkt, "bei uns passiert so etwas nicht" liegt leider falsch. Bargteheide ist leider das abschreckende Beispiel hierfür. Nicht nur, dass das Autonome Jugendhaus angegriffen und beschädigt wurde, nein, sogar die erste "rechte" Demo der Nachkriegszeit hat diesen Sommer in der kleinen Stadt stattgefunden. Ein trauriger Tag für Bargteheide und ganz Stormarn. In Reinbek können einige Jugendliche nicht mehr ungefährdet den Bahnhof passieren. Und auch in anderen Stormarner Städten wurde begonnen, mit Flyern neue Mitglieder und Sympathisanten zu gewinnen.

Es liegt jetzt an uns, dass sich die Ereignisse des letzten Jahrhunderts nicht wiederholen. Dem Rechtsextremismus muss die Stirn geboten werden. Von allen.

Ein erstes Zeichen wurde gesetzt. In Stormarn hat sich das Antirassistische Bündnis Stormarn (ABS) gegründet, das sich aus diversen Parteien, Organisationen und Einzelpersonen zusammensetzt. Eine Gegendemo wurde in Bargteheide organisiert -- das ist der richtige Schritt. Unabhängig davon ist es an der Zeit, die Aufklärung schon in den ersten Schuljahren der weitergehenden Schulen durchzuführen. Denn die Geschichte des Dritten Reiches kommt erst am Ende der Schulzeit im Unterrichtsstoff vor. Dann hat die Prägung der Kinder und Jugendlichen schon lange angefangen. Auch wenn viele es nicht wahrhaben möchten, eine große Anzahl der Kinder und Jugendlichen wissen meist gar nicht, was in der Diktatur unter Adolf Hitler passiert ist. Hier sind auch die Eltern gefragt.

Wir alle müssen verhindern, dass sich das Problem des Rechtsextremismus in Stormarn ausbreitet. Die Augen davor verschließen und hoffen, dass es bald vorbei ist, wird nicht funktionieren. Prävention ist gefragt und das beste Gegenmittel. Auch andere Städte und Gemeinden müssen zeigen, dass bei ihnen kein Platz für rassistisches Gedankengut ist und ebenfalls Mitglied des Bündnisses ABS werden. Hier ist auch die Politik gefragt und gefordert. Die Thematik in den jeweiligen Ausschüssen besprechen, behandeln und offensiv angehen. Wir, Bündnis 90 / Die Grünen, werden uns dieser Problematik nicht verschließen.

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