Biogas aus Bioabfall - Klima schützen und Geld sparen

Der Abfallwirtschaftsplan von Schleswig-Holstein sieht vor, dass für das Jahr 2011 Konzepte für die Nutzung der Bioabfälle in einer Kreislaufwirtschaft vorliegen. Das Kieler Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR 2010) empfiehlt eine energetische Nutzung der Bioabfälle durch eine Ergänzung der Kompostierung um Vergärungsstufen. Damit sollen neben dem Kreislaufsystem auch die klimaschutzpolitischen Ziele der Landesregierung erreicht werden.

Im Kreis fallen rund 16.000 Tonnen Bioabfälle pro Jahr an. Hiermit können bei einer Vergärung Anlagenleistungen von 422 kWelektrisch bzw. 445 kWthermisch installiert werden (Kalkulation für Trittau mit 17.000 Tonnen Bioabfälle pro Jahr). Im Jahr könnten damit rund 1120 Tonnen CO2 eingespart und zum Beispiel Strom für rund 2700 Einwohner (bei 1100 kWh pro Einwohner und Jahr) produziert werden.

Die Vergärung lohnt sich für die Stormarner Bürger sogar. Bei einer Kompostierung plus Vergärung ist mit Vollkosten zwischen 65 und 80 Euro pro Tonne zu rechnen, wenn eine neue moderne Anlage gebaut wird. Gegenwärtig zahlen die Bürger in Stormarn aber mehr, dabei werden ihre Bioabfälle nur kompostiert. Im Durchschnitt liegt der Preis bei etwas über 100 Euro pro Tonne. Grund sind schlechte Verträge der Vergangenheit.

Am 11. Mai hat der Umweltausschuss des Kreises einstimmig einen Grundlagen-Beschluss zur Vergärung der Stormarner Bioabfälle gefasst. Die AWSH und das Umweltamt sind beauftragt, in einer Vorlage darzustellen, wie dieser Beschluss umgesetzt werden kann.

Die beste Lösung wäre eine Beteiligung an der gerade erweiterten Anlage am Bützberg bei Tangstedt, die von der Hamburger Stadtreinigung betrieben wird, die zweit-beste Lösung eine in Eigenbetrieb gebaute und geführte Anlage der Abfall-Wirtschaft-Süd-Holstein AWSH (das gute Beispiel ist die Anlage in Borgfeld im Kreis Rendsburg-Eckernförde) und die dritt-beste Lösung eine Anlage aus privater Hand.

Alle drei Varianten haben Vor- und Nachteile. Der Kreis und die AWSH sind gefordert, klug vorzugehen. So muss der interkommunal zu schließende Vertrag mit den Hamburgern fair sein, was er gegenwärtig definitiv nicht ist. Wenn die Hamburger Fehler machen, wollen wir Stormarner nicht dafür gerade stehen müssen. Ein Vorteil in der Kooperation mit Bützberg wäre aber, dass der laufende Vertrag mit neuen - für Stormarn wesentlich besseren Kondition - bereits 2011 möglich wäre.

Wenn die Vertragsverhandlungen mit den Hamburgern scheitern, ist auch eine Anlage in der Hand der AWSH möglich, wirtschaftlich jedoch ein Risiko (6 bis 8 Mio. Euro Investitionen sind notwendig), da die Bioabfallmengen des Kreises alleine eher nicht ausreichen. Dann wäre eine Kooperation mit Lauenburg sinnvoll.

Ein privater "Vergärer" nach Ausschreibung ist ebenfalls denkbar, aber dort ist eine Einflussnahme nur schwierig. "Erfahrungen machen klug", nicht alles aus der kommunalen Hand zu geben.

Wir sind gespannt, was die AWSH und die Kreisverwaltung dem Umweltausschuss für seine Sitzung im Juli vorlegen werden. Hoffentlich kann danach "in die Hände gespuckt" werden, damit der Grundsatzbeschluss Wirklichkeit wird und unsere Bioabfälle bald Gas produzieren, damit die Bürger Geld sparen.

Gerold Rahmann
Vorsitzender des Kreis-Umweltausschusses



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