05.03.2006

Von Gentechnik und Vogelgrippe

Am 03. März fand bundesweit der Aktionstag gegen Gentechnik in der Landwirtschaft statt. Zu dieser Aktion gab es auch in Kiel zwei Veranstaltungen. Leider war in den Zeitungen - wenn überhaupt - davon nur in kleinen Artikeln zu lesen. Doch dabei sorgte im Vorfeld ein Aufruf des Deutschen Bauernverbandes (DBV) für Unmut. Der DBV nahm diese Aktionen zum Anlass, in einem internen Rundschreiben an seine Untergliederungen die Landwirte aufzurufen, sich nicht an den Demonstrationen zu beteiligen. Als Begründung gab der Verband an, dass es den Organisatoren mit diesen Aktionen gelingen würde, einen Keil zwischen die Landwirte zu treiben. Weiterhin empfiehlt der Bauernverband seinen Mitgliedern mit dem Argument der grassierenden Vogelgrippe "den einen oder anderen lästigen Demonstranten" von seinem Betrieb "abzuschrecken" und warnt sie eindringlich vor Verbänden wie "Greenpeace, BUND oder NABU". Die "Landwirte sollten sich nicht unnütz von diesen Verbänden instrumentalisieren lassen." Mittlerweile haben sich auch im Kreis Stormarn landwirtschaftliche Betriebe klar gegen Gentechnik in der Landwirtschaft ausgesprochen und Ihre Höfe entsprechend als gentechnikfrei ausgewiesen. Aber diese Landwirte machen ja nun laut dem Deutschen Bauernverband etwas Ungehöriges. Sie könnten nämlich die Vogelgrippe nach Stormarn tragen, wenn sie an Demonstrationen teilnehmen oder diese Störenfriede auf ihre Höfe lassen. Etwas Dümmeres konnte dem Bauernverband zum Thema Gentechnik auch nicht einfallen. Dank dem Interessenverband der Landwirte wissen wir es nun. Wenn also irgendwann die Vogelgrippe auch nach Stormarn kommen sollte, waren es wohlmöglich gar nicht die Wildvögel. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Deutsche Bauernverband als Interessenvertreter von seinen Mitgliedern hier klar die Rote Karte bekommt. Dieses hat mit ehrlicher Interessenarbeit nicht mehr viel zu tun.

 

Dietmar Curdt

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URL:http://gruene-stormarn.de/presse/2006/expand/19526/nc/1/dn/1/