07.03.2021

Appell an die Anbieter von Ausbildungsplätzen: Für einen Euro am Tag im ganzen HVV fahren – wenn die Arbeitgeber mitmachen

Hamburg hat es vorgemacht, die Kreise Pinneberg, Segeberg und Lauenburg schlossen sich mit Jahresbeginn an, und nach den Sommerferien gibt es auch in Stormarn den Azubi-Bonus-Fahrschein. Die grüne Kreisvorsitzende Wiebke Garling-Witt hat im Schulausschuss und im Verkehrsausschuss des Kreises auf den Anschluss an diese Tarifneuheit gedrängt. Die Stormarner Auszubildenden sollen es nicht schlechter haben, als wenn ihr Ausbildungsplatz in Hamburg oder den anderen holsteinischen Randkreisen läge.

Das Bonus-Ticket ist an Bedingungen gebunden. Denn eigentlich kostet die Karte siebzig Euro. Die Auszubildenden bezahlen nur dreißig Euro im Monat und können dafür im ganzen HVV–Bereich fahren, weil der Arbeitgeber zwanzig Euro übernimmt, und zwar freiwillig. Dann übernimmt der Kreis noch einmal zwanzig Euro. Der niedrige Restpreis motiviert, Bus und Bahn zu nehmen und nicht das Auto. So wird der eigene Geldbeutel entlastet, das Straßennetz auch, und Emissionen werden vermieden.

Der Schlüssel liegt beim Arbeitgeber. Die Auszubildenden bekommen ihr Bonus-Ticket nur, wenn der Arbeitgeber seinen Anteil bezahlt. Eine Zwischenlösung gibt es nicht. Ohne den Arbeitgeberanteil gibt es auch den des Kreises nicht. Die Grünen appellieren deshalb an die Anbieter von Ausbildungsplätzen und die sie vertretenden Kammern, sich mit ihren zwanzig Euro im Monat zu beteiligen. Sie dokumentieren damit, dass sie sich um ihre Belegschaft kümmern, und machen den Arbeitsplatz so attraktiver, ganz abgesehen von den ökologischen Effekten, die auch zu einem Firmenimage gehören sollten.

Mit dem Azubi-Bonus-Fahrschein verfolgt der Kreis parallel zu den Erwartungen an die Betriebe die Ziele, attraktive Arbeitsplätze vorzuhalten, die Arbeit im Kreis zu fördern und zur Verkehrswende beizutragen, die ein Teil des Stormarner Klimaschutzprogramms ist.

Die Grünen, so der Kreistagsabgeordnete und Verkehrspolitiker Joachim Germer, halten es für bemerkenswert, dass mit diesem Fahrschein ein neues Element in die Tarifstruktur eingebaut wird. Es ist die verkehrspolitische Forderung nach einem täglichen ÖPNV-Preis von einem Euro. Vorrang muss in der Politik der Grünen aber weiterhin die Attraktivität des Fahrtenangebots haben, denn ein günstiger Fahrschein nützt nichts, wenn Bus oder Bahn nicht kommen.

Joachim Germer
Kreistagsfraktion Stormarn, verkehrspolitischer Sprecher



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