23.07.2018

Schafft Stormarn die Inklusion? Förderung des inklusiven Sports – auch ein Projekt der Kreispolitik?

Das Pilotprojekt des Kreissportverbandes „Sport für alle – Stormarner Vereine leben inklusiven Sport“ läuft aus. Drei Jahre lang förderten Stiftungen der Sparkasse Holstein dieses innovative Vorhaben mit einem Budget von rund 100.000€. Drei Jahre lang stellte Markus Kratz als mobiler Sportlehrer sein Fachwissen um Inklusion Vereinen in Stormarn zur Verfügung. Vor drei Jahren hieß es: „Ein Projekt von  großer gesellschaftlicher  Relevanz. Bei einem Erfolg können sich  ausgehend vom  Sport für das Zusammenleben von Menschen mit und  ohne Behinderung ganz neue Bedingungen ergeben!“ Wissenschaftlich begleitet wurde das Vorhaben durch das Institut für Sportwissenschaften der Universität Kiel. Ein Leuchtturmprojekt aus Stormarn heraus, welches zum Mit- und Nachmachen einlud.

Drei Jahre sind vorbei und der Erfolg ist messbar. Markus Kratz wurde stark angefragt. Er ermutigte und beriet viele Vereinssparten bei der Umsetzung von Sportangeboten für alle. Was meint dabei eigentlich „alle“? Sie, ich, wir alle?

Ein Unfall oder eine Erkrankung führt zu veränderten Lebensbedingungen. Eltern von Kindern mit einem Handicap wünschen sich Kinderturnen auch für ihr Kind. Ob jugendlich mit Handicap oder im Alter mit Einschränkungen, alle wollen sich bewegen und an Freizeiten teilnehmen wie andere auch. Gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Handicap sind in der UN-Konventionen und im Sozialhilfegesetz geregelt – die praktische Umsetzung vor Ort steckt auch nach 20 Jahren noch immer in den Kinderschuhen!

Der Kreissportverband braucht für die Weiterführung dieses erfolgreichen Projektes Mittel aus dem Haushalt, darüber beraten und entscheiden Politikerinnen und Politiker des Kreises. Ist das Aufgabe der Politik? Die Mitglieder des Schul-, Kultur- und Sportausschuss werden sich dieser Frage erneut stellen und entscheiden. Teilhabe und sportliche Betätigung für alle ist eine Investition in die Gemeinschaft, für ein Miteinander und für Gesundheitsförderung. Beides spart langfristig Geld an anderer Stelle.

Die Grüne Kreisfraktion wird sich dafür stark machen, dass inklusiver Sport in Stormarn fortgesetzt werden kann und in veränderten politischen Verhältnissen eine hoffentlich zukunftsweisende Entscheidung getroffen wird. Ja, wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst und wollen Sport für alle weiter vorantreiben. Sport ist ein gutes Beispiel, um Inklusion mit Leben zu füllen. Wir sehen Stormarn bunt, sportlich und inklusiv!

Wiebke Garling-Witt
Mitglied im Schul-, Kultur- und Sportausschuss für die Kreisfraktion Bündnis 90 / Die Grünen


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