22.01.2018

Naturschutz in Stormarn - Ein „zartes Pflänzchen“

Der Kreis Stormarn ist schuldenfrei und einer der wirtschaftsstärksten Kreise in Deutschland. Sicherlich eine komfortable Situation. Auf der anderen Seite wird aber auch stark Einfluss auf die Natur ausgeübt. So schreitet die Flächenversiegelung durch rege Bautätigkeit für Gewerbe, Wohnraum und Straßen schnell voran. Dabei gilt es bei Eingriffen immer wieder abzuwägen, wie groß der Einfluss auf die Natur ist, und ob er vertretbar ist.

In unserem Kreis stehen 4720 Hektar an 18 verschiedenen Standorten unter Naturschutz, wie z.B. das Brenner Moor oder die Hoisdorfer Teiche. Dies sind nur 6% der Stormarner Fläche, nach Ansicht von uns Grünen viel zu wenig. Damit diese mehr werden stehen im Kreishaushalt jährlich 5000 € für den Ankauf von Flächen zur Verfügung. Wir Grünen würden dieses Geld gerne ausgeben, es finden sich nur keine Flächen. Unsere Natur braucht aber diese besonders geschützten Flächen, um den Tieren und Pflanzen einen Lebensraum und Rückzugsort zu bieten. Laut einem Bericht der Bundesregierung ist heute jede dritte Tier- und Pflanzenart in Deutschland gefährdet. Im vergangenen Jahr stand der drastische Rückgang bei den Insekten besonders im Focus. Dieses Artensterben findet lautlos statt und wir müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um ein Fortschreiten zu verhindern.

Den MitarbeiterInnen der Unteren Naturschutzbehörde bleibt bei der Vielzahl der Bauvorhaben kaum Zeit für kreative Ideen, oder für das Einwerben von Fördergeldern für Projekte im Sinne des Naturschutzes. Es ist für uns Grüne wichtig hier eine fachlich versierte Person in diesem Bereich zu beschäftigen, um den Naturschutz in Stormarn inhaltlich voranzubringen. Mit Hilfe dieser Stelle könnten konkrete Maßnahmen im Naturschutzbereich, wie der Ankauf von geeigneten Flächen in Angriff genommen werden. Außerdem könnten Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt wie das Anlegen von Blühstreifen umgesetzt werden. Solche Projekte könnten z.B. auch auf kreiseigenen Flächen realisiert werden. Wichtig sind auch der Ausbau und die Erhaltung des Biotopverbunds.

Das „zarte Pflänzchen Naturschutz“ in Stormarn wäre ohne die in Vereinen, Verbänden und privat tätigen Ehrenamtler noch gefährdeter. Diesen Menschen gilt ein besonderer Dank für ihr Engagement.

Eine Lösung für den Erhalt und der Förderung der artenreichen und vielfältigen Landschaft wäre die Einrichtung eines Landschaftspflegeverbands, so wie er in über 140 Landkreisen in Deutschland eingerichtet ist. Dieser Verband würde die Schnittstelle zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Politik sein. Satzungsgemäßes Ziel der Landschaftspflegeverbände sind u.a. auch die Unterstützung der ortsansässigen Landwirte durch das Einwerben von Fördergeldern. Außerdem organisieren und koordinieren sie anstehende Naturschutzmaßnahmen.

Ich bin der Meinung, dass Naturschutz auch etwas kosten darf. Sauberes Wasser, fruchtbare Böden und das Dasein von Bienen und die damit einhergehende Bestäubungsleistung sind nicht mehr selbstverständlich. Eine intakte Natur ist ein hohes gesellschaftliches Gut, darum sollten wir uns alle für ihren Schutz einsetzen.

Klaudia Rahmann
Kreistagsabgeordnete für Bündnis 90/ Die Grünen

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